AKK, DIE CDU & DIE „HARMONIESUCHT“

Da war doch eher der Wunsch der Vater oder die Mutter des Gedankens… – einen Wahlkampf um den CDU-Parteivorsitz zu führen, der von Anstand und Ausgeglichenheit geprägt sein würde… Wer die Psychologie bemüht, wird unweigerlich erkennen, dass die/der erstgetroffene Aussage oder Wunsch am meisten Debattenpotenzial bietet. Und genau so ist es und so wird es auch kommen.

Erst die Infragestellung des Asylrechts, dann das Rechts-Mitte-Links-Geschwafel, jetzt der Vorwurf „die Union hätte den Aufstieg der AFD achselzuckend hingenommen“… – all‘ diese Thesen, die für einen Wahlkampf das Salz in der Suppe sind, sind gesellschaftspolitischer Sprengstoff. Als nächstes verliert AKK die Nerven und macht einen folgenschweren strategischen Fehler: Laut eigenen Aussagen hält sie die 2015-Entscheidung in der Flüchtlingsfrage für richtig. Außerdem rügt sie den Mitkandidaten Merz in der AfD-Diskussion. Es war doch die Annegret, die zur Fairness aufrief.

Doch Fairness ist in einer politischen Auseinandersetzung reines Wunschdenken, geht es doch um die Zufriedenstellung der Machtsucht – sie ist eine „nicht-stoffliche“ Sucht, ähnlich wie Fernsehen oder Digitalkonsum. Besonders Politiker leiden unter diesem Krankheitsbild.

Während der Kandidatenkür bei der CDU versucht sich die SPD via Lockerungen bei Hartz IV Gehör in der Bevölkerung zu verschaffen. Doch bei allem angestrebten „Wegfallen von Sanktionen“ beim AlG-2 oder Erhöhung des Mindestlohns etc., ist doch eher die Aussage ausschlaggebend, die da heißt „wenn wir es nicht in dieser Legislatur unterbringen, dann eben in der nächsten…“, denn die Union wird solche Sozialspielchen auf Kosten der Unternehmerschaft nicht mitmachen und die SPD wird wohl kaum bei einem Regierungsverbleib die nächsten 20 Jahre nochmal an einer Regierung beteiligt sein.

Wenn zwei sich streiten… – freut sich vielleicht sogar Jens Spahn. Der gemäßigt Ultrakonservative, der schon mal über den großen Teich fährt, um seine Kontakte zu Donald Trump zu intensivieren, steht da wie die AfD vor den Regierungsparteien, ..einfach mal abwartend. Zuschauen und Zuschlagen scheint die Devise… Was dem Zuschauer und Zuhörer beim Machtkampf in der CDU geboten wird, ist very amused und stillt wieder einmal den voyeuristischen Hunger des Publikums, die sich an der Zerfleischung der konservativen Spitzen im Land bestens unterhalten fühlen – wohl aber bei den nächsten Wahlen eine Quittung parat haben, die dann entweder grün oder blau sein könnte.

Tatsache ist, dass die Merkelsche Politik der letzten 13 Jahre und der dadurch eskalierte Machtvakuum jetzt offen ein Riesendilemma in der Union offenbart – sie wurde schlichtweg nicht erneuert – also steht auch kein vernünftiges Personale und erst recht keine Kompetenz zur Verfügung. Die Aufgaben, die durch die Digitalisierung und den Wegfall ganzer Branchen entsteht, zwingt die Politik zu viel radikaleren Maßnahmen, als dass diese von den etablierten Parteien umgesetzt werden könnten. Zudem kommt ein unerhörter Druck aus dem Ausland, aus der EU wie auch aus Nordamerika. Der Protektionismus wird seine Opfer finden – die CDU wird wohl eines davon sein. Die Sozialdemokratie hierzulande wäre gut beraten, rechtzeitig den Absprung zu schaffen, wenn sie politisch überleben will, denn soziale Themen wird es in den nächsten 50 Jahren wohl genügend geben.

Was es jetzt und in Zukunft für unser Land braucht, sind Visionen. Je mehr desto besser. Eine Volksbewegung wie in Frankreich wird in den nächsten Jahren möglich werden, wenn unsere Eliten die Gesamtlage weiter unterschätzen. Doch wer soll diese Visionen planen, erklären und umsetzen – AKK, Merz oder Spahn??`

Diese Drei werden sich in den nächsten Wochen weiter prügeln und wohl im Endspurt jeden Anstand verlieren, nur um der Macht willen. Für uns ist das eine Art Show auf der kleinen Bühne – schade eigentlich, dass die SPD daraus keinen Vorteil generieren kann. Ach, die können ja nicht. Schließlich müssen sie mit dem Gewinner dieser Farce später über die „Zukunft unseres Landes“ verhandeln – und da geht es um Bildung, Digitalisierung, Strukturwandel, Mieten, Hartz-IV-Reformen, EU, USA, Krieg in der Ukraine, Benzinpreise… (nehmen Sie es mir nicht übel, aber von all‘ den aufgezählten Themen wird es mir bereits… – und da fehlen noch weitere 50…).

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