Die Vorboten des Klimawandels…

Die Klimakonferenz in Lima ist zu Ende. Erreicht wurde ein Minimalkonsens; ..ein Papier, dass die Tinte nicht wert ist, auf dem es geschrieben ist. Wenn man sich vor Augen hält, dass insbesondere in China eine Verschärfung der Umweltverschmutzungen bis 2030 drohen und das sogenannte Schwellenland mit einer ungeheuerlich ignoranten Haltung zu diesem Thema weltweit durchkommt, dann verschlägt es jedem Ökonomen oder Umweltschützer die Sprache. Doch müssen wir feststellen, dass wir durch unser Konsumverhalten eine gewaltige Mitschuld an diesem Dilemma haben – zumindest unsere westliche Wirtschaft, der Garant für weltweites Wachstum. Man muss sich vor Augen halten, dass z.B. Audi mittlerweile mehr Autos in das Reich der Mitte absetzt als hierzulande… – das macht unruhig; das macht Angst; das macht abhängig! Und diese Abhängigkeiten machen uns mundtot – machen die Regierung (egal welche…) mundtot. In unserem Leben, in unserer Zeit, in unserer Gesellschaft ist immer das geringste Übel abzuwägen – und der sogenannte Kompromiss, der für den Intellektuellen nicht mehr ist als Flucht vor der Wahrheit, als duckmäuserisches Verhalten und schlichte Mutlosigkeit zu Veränderungen, beherrscht die mediale Oberfläche. Was fehlt ist ein Kämpfer, eine Kämpferin – jemand, der die Welt auf den Kopf stellt und mit seinen Reformen und Ansichten revolutioniert. Der neue Papst wäre so einer! Doch muss man täglich, stündlich, minütlich, sekündlich darauf aufpassen, dass er uns nicht durch einen Anschlag verloren geht…

Kommen wir zum Ursprung des Artikels zurück. Amsel, Drossel… Letztere, die Drossel, zog es noch in den letzten Jahrzehnten vor, die gemäßigten Breitengrade in Richtung Norditalien, Griechenland oder Spanien zu verlassen – das ist bei unseren aktuellen Wintertemperaturen nicht mehr notwendig. Es gibt bei frühlingshaften Verhältnissen im Dezember genügend Nahrung, um hier zu bleiben. Auch ist es nicht ungewöhnlich, wenn einige Trupps Stare die bestellten Äcker aufsuchen um nach Nahrung zu suchen. Das ungewöhnlichste jedoch, wobei leicht erklärbar, ist das Verbleiben des roten Milans oder der Kornweihe oder sogar der Wiesenweihe. Diese Zuggreifvögel hätte wohl kein Kenner im Dezember hier in unseren Regionen erwartet. Sie tummeln sich auf unseren Feldern, weil es für sie genügend Mäuse zu jagen gibt; oder sie suchen an den Straßen nach Verkehrs-Aas, oder sie fliegen entlang der Donau oder der Staudämme und finden tote angeschwemmte Fische… – Nahrung gibt es reichlich und die Witterung spielt mit. Dass das die Vorboten des Klimawandels sind ist nicht mehr wegzuretuschieren.

Ein weiterer Vorbote in unserer Region ist das unkalkulierbar gewordene Wetter, z.B. Starkregen, der für den, den es trifft, eine kleine Katastrophe darstellt. Innerhalb von Minuten ist der Keller voll. Oder es fegt völlig unvermittelt ein Tornado durch die Ortschaft – geschehen in 2011 im Raum Eichstätt. Die Folge waren abgedeckte Dächer oder 15-Meter breite Schneisen im heimatlichen Wald, die sich teilweise über Kilometer zogen. Ja, der Klimawandel hat uns nicht nur erreicht, sondern er betrifft und trifft uns. Vor diesem Hintergrund ist es besonders schlimm mitanzusehen, wie die große Politik in Lima versagte, versagt und wohl auch in Zukunft versagen wird.

Drum möchte ich bei diesem Beitrag enden mit der

Weisheit der Indianer

Erst wenn der letzte Baum gerodet,

der letzte Fluß vergiftet,

der letzte Fisch gefangen ist,

werdet ihr feststellen,

daß man Geld nicht essen kann.‘‘

oder etwas moderner:

Erst, wenn in den Großstädten Chinas die ersten Kinder großer Politiker an Sauerstoffmangel ersticken und an den Küsten Europas kein Damm mehr hält; die jährlichen Tornados Nordamerika verwüsten, jährlich ein Tsunami in Pazifik für humanitäre Katastrophen sorgt und seltene Wildtiere nur noch in Zoos bewundert werden können – dann, ja dann werden wir zurückblicken und begreifen, dass es egal wie viele Interessen und Interessensvertreter es auch geben mag, wir alle nur eine Welt zur Verfügung haben.“

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