ANGIE & DER BÖSE WOLFI

Als ich vor 15 Jahren in Italien einen Kaffee bezahlte, da kostete er 2000 Lire – ich war glücklich – das war Urlaub! Von einem Tag auf den anderen stand auf der Rechnung nur noch 1,80 Euro. Mit einem Schlag war für mich mental der Urlaub vorbei und ich kam mir in Italien vor wie in Deutschland? Für uns Deutsche war die Umstellung auf den Euro zwar nicht ganz ohne Gehirnverrenkungen, aber zumindest konnten wir von 3 Mark auf 1,80 Euro ungleich leichter runter rechnen – das ging noch einigermaßen – wobei hierzulande Millionen Rentner herumlaufen, die immer noch flugs in Mark umrechnen, um zu wissen, wie furchtbar diese Welt geworden ist. Was soll sich bei diesem Dilemma nun aber der Italiener denken. Für ihn stürzte doch eine Welt zusammen. Von jetzt bis sofort sollte er seine riesigen Papierbündel gegen diesen seltsamen Halbkarton umtauschen, beim Kassieren das Rechnen aufhören und auf einmal ‚Wirtschaften‘ und Erbsen zählen – eben, um es auf den Punkt zu bringen – Deutsch werden.
Okay, dachten sich Angie&Wolfi, wir können’s ja mal probieren, aus den Italienern Deutsche zu machen – sozusagen den ‚Italo-Tedesco‘ kreieren… – schließlich hat das ja Anfang der Vierziger schon mal funktioniert… In den letzten Jahren versuchte das Erfolgsduo gar, den Deutsch-Helenen zu erschaffen, doch der hat eine neue Leitfigur… – ganz weit links auf der nach oben offenen Richter-Skala…
Was das angebliche Erfolgsduo Merkel-Schäuble jedoch nicht bedachte: Der stolze Italiener denkt gar nicht daran seine Mentalität aufzugeben, genauso wenig wie der Grieche… Letzterer zieht es vor, korrupt zu sein und seine Gönner zu hintergehen – und das Gönner-Team heißt Angie&Wolfi. Jetzt, mit Tsipras und Renzi an der Spitze, hat der Süden in Europa wieder eine Stimme – und wir das, was alle Wirtschaftsweisen befürchtet hatten – eine zusätzliche Schuldenlast von weit über 50 Milliarden Euro. ‚Sparen‘, wie sich Angie & der böse Wolfi das gedacht hatten, sieht nach dem Ermessen jedes Einzelnen von uns, anders aus. ‚Sparen‘ ist doch, wenn man etwas zurücklegt, das mit der Zeit mehr wird. Und das Zurücklegen von Geld ist doch nur möglich, wenn mehr reinkommt als rausgeht. Beim genaueren Hinsehen ist tatsächlich mehr reingekommen… – nämlich für die Wirtschaft. Die hat nämlich den Reibach mit den südlichen Anrainerstaaten gemacht und sich an den Profiten gütlich getan. Jeder Wirtschafts- und Finanzexperte hierzulande wusste doch von Anfang an, dass die Bürgschaften und die Kredite für Südeuropa nie wieder reinkommen werden. Im Grunde war die Politik von Angie&dem bösen Wolf von Start weg so geplant – im Grunde war das alles eine Finte, um den ehrlichen einheimischen Steuerzahler hinters Licht zu führen. Im Grunde handelte es sich um einen lang angelegten Geldtransfer vom Steuerzahler hin zur Wirtschaft – das ist eben grundsolide konservative Politik.
Die aufgelaufenen Schulden der Griechen, Italiener und Spanier und seit neuestem auch der Franzosen sind die wohl berechnete Zeche, die es jetzt zu zahlen gilt. Fast wäre Angies materielle Rechnung aufgegangen…, wenn da nicht der Linksruck im Süden Europas wäre. Die angestrebte und gelebte Lobby-Politik der mächtigsten Frau der Welt bekommt jetzt Gegenwind vom Klassenfeind und muss sich den Vorwurf gefallen lassen, nicht nur einer AfD hierzulande in die Karten zu spielen… – nein, ihr Kredit in Europa scheint verspielt und an den Grenzen regt sich enormer Widerstand gegen die angebliche Sparpolitik der Grand-Dame.
Die Basis ist erschüttert, der rote Weggefährte beschäftigt sich ängstlich mit Belanglosigkeiten und die Bevölkerung ertrinkt allmählich in Orientierungslosigkeit, weil auch die Opposition im Lande in den Medien nahezu totgeschwiegen wurde.
Doch jetzt erlebt Deutschlands Linke und die Grünen eine Renaissance. Da es in der politischen Mitte keinen Platz mehr gibt – die Mitte beinhaltet nämlich laut Seehofer, Merkel und Gabriel, zwar alle politischen Themen, die es zu diskutieren gilt, doch glauben ihnen das immer weniger Menschen – kann die Wiedergeburt der demokratischen Flügel beginnen…

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