AUF DER MESSE

Trunken von Geschäften und Kontakten fallen die Vasallen des Konsums übereinander her, die neuesten Errungenschaften des Fortschritts untereinander zu verteilen, wie eine Horde Hyänen nach einer bestimmt gearteten Rangfolge die Zerlegung des Opfers vollführen.

Geblendet von Zuwachsraten und Erfolg, von Boniaussichten und Versprechungen, von Huldigungen der Obrigkeiten, begleitet von nimmersatten Berichterstattern und Speichelleckern, wachsen die Hasardeure der Industrie über sich hinaus und garantieren in atemberaubender Art und Weise die schrittweise Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen, während sie im gleichen Atemzug Abermillionen an Zigaretten konsumieren und sich des nächtens der bezahlten Liebe und der Trunk- und Rauschsucht hingeben.

Nichts ahnend warten zuhause die Liebsten auf die Rückkehr des Helden, der in der Fremde mit seinen glorreichen Taten das angebliche Lebenselixier Geld und Reichtum auf den Banken dieser Welt häuft und mit seiner reichen Beute die daheim wartenden Ahnungslosen für kurze Zeit in eine Traumwelt von erfüllbaren Wünschen entführt.

Der Preis ist hoch, der zu bezahlen, und der Verfall der Werte frappierend; doch muss es weiter gehen, dem Zyklus des Wachstums entsprechend, um die Anarchie des Mobs zu vermeiden und dem Willen der skrupellosen Machthaber zu genügen. Und da macht die politische Gesinnung der Elite keinen Unterschied – und da macht der Anspruch nach Gerechtigkeit und sozialem Grundsatz keinen Unterschied – und da macht der Glaube eines jeden keinen Unterschied. Denn die Vorlage der angeblich Gläubigen ist nur eine Anleitung zur Verfehlung, nicht eine der Entsprechung.

So wird die nächste Messe mit neuen Rekorden und menschlichen Errungenschaften geplant, die Fässer für die nächsten Besäufnisse bereit gestellt, die weißen Puder in Linien über Handspiegel gehackt, die Dekadenz in satter Manier bis zum Exzess getrieben und sich gegenseitig beweihräuchert, um des Wachstums und des Erfolges willen.

Der Kritiker wird der Maßregelung preisgegeben, unterwandert und ausgegrenzt. Der wahre Messias wird verlacht und mundtot gemacht und die einstigen Werte mit Füßen getreten, um des einen Tages willen, an dem der Frevler sich in Fraß und Trunk wälzt, und vorgibt, das alles für die Seinen zu tun!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.