IN UNS DIE VERLÄSSLICHKEIT

Wohin der Weg uns führt ist ungewiss. So ungewiss wie der Weg selbst. Um mich herum herrscht ein Wettlauf nach einfachen Antworten auf komplexe Fragen. Die Enttarnung der großen Supermacht als Spielball der Extreme zeigt die menschliche Ohnmacht in einem Ausmaß, das selbst den hartgesottenen Zweiflern Ängste einzujagen vermag. Jegliche Verlässlichkeit in ehemalige Strukturen sind hinweg gewischt und der hoch gelobte Individualismus sehnt sich mittlerweile wieder nach alten vergessenen Tugenden wie Sicherheit, Geborgenheit und Nähe.

Unsere wohl behütete Welt gehört angesichts der augenblicklichen Realitäten der Geschichte an. Allein ein einzelner Facebook-Account mit 150 sogenannten Freunden offenbart mir die Vielschichtigkeit von individueller Einsamkeit, PC-Abhängigkeiten oder schlicht offensichtlicher Suchtproblematiken, die dem Poster scheinbar nicht wirklich bewusst sind…

Erschreckend an der virtuellen Realität ist jedoch, dass kaum überprüfte Beiträge einfach vervielfältigt werden und somit die breite Öffentlichkeit unterwandern. Ein durch Erziehung, Milieu und Herkunft entstandener Charakter wird von den sozialen Netzwerken mit einfachsten Mitteln ausgehebelt und durch Beiträge latent krimineller Verfasser und Verführer negativ beeinflusst.

Das Konsumverhalten jedes Users wird durch die verschiedensten Portale ausgekundschaftet und mit diversen Verknüpfungen wird der „Kunde“ mit den entsprechenden Angeboten in den verschiedensten Beiträgen tage- und wochenlang überschüttet…

Entscheidungsfreiheit war gestern und Konsumsuggestion ist das unabdingbare Heute… Nachdem ich meine digitale Welt auf Telefonieren und Erreichbarkeit mit dem Handy und Recherchieren und Mailen mit dem PC reduziert habe, fällt es mir weitaus leichter, den Verführungen aus dem Weg zu gehen. Natürlich bin ich nach wie vor den Verführern ausgeliefert, doch durch die Schulung des Bewusstseins und der systematischen Hinterfragung von digitalen Mustern fühle ich mich wieder, als ob ich am Lenkrad dieses Spiels sitze, das nur darauf abzielt, mich als Konsumenten dazu zu bringen, die Maschinerie des Wachstums am Laufen zu halten…

Die Verlässlichkeit meines eigenen Augenblicks, des Erlebens meines Jetzt-Empfindens, hat sich trotz aller Versuchungen nicht verändert – Ich bin nach wie vor jeden Tag, jede Stunde, jede Minute und jede Sekunde, in der Lage, mein Leben auf Null zu stellen und sofort von vorne zu beginnen… – denn die Verlässlichkeit, die Geborgenheit, Sicherheit und die Nähe, liegt nur in uns selbst, liegt nur in unserem Selbst.

Wenn ich mir diesen Umstand vor Augen halte, dann ist es nicht die Frage „wohin der Weg uns führt…?“, sondern „Welchen Weg wir für unser Leben als den richtigen erachten…“. Wenn diese Entscheidung gefällt ist, dann kann der Weg wohl kaum ungewiss sein. Mit dieser Einstellung verbunden ist die Tatsache, dass es mir und nur mir allein unterliegt, ob ich mich von den menschenverachtenden Verführern dieser Welt knechten und knebeln lasse, oder ob ich einer I-Watch gestatte, dass sie sich um mein Wohlgefühl kümmert, indem sie mir vorschreibt, ob ich mich nach dem Essen bewegen sollte oder nicht…

 

Die Suche nach dem Glücksgefühl…

 

Den rechten Arm

Die rechte Hand

Bis in die Fingerspitzen

Der höheren Schaffenskraft übereignet,

 

Tanzt die Feder auf dem Papiere,

Das ausgehungert

Hungrig auf Tinte

Des Autors letzten Tropfen will verschlingen.

 

Der Verzückung Untertan

Tanzt der Kiel

Über dem Pergament

Von Schöpferhand furios geführt,

 

Als Symbiose

Zwischen Mensch und Gott

Zwischen Himmel und Erde

Philharmonie im Geiste.

 

Momente des Glücks

Stillstand des Moments

Ohnmacht der Gedanken

Übereignung des eigenen Selbst.

 

Vor dem Werke sitzend

Und nach Jahren

Kaum zu erahnen

Dass ich es war…

 

Wie gering ist doch die Bewertung des Außen, jede Bewertung… – lege ich die Zufriedenheit des Moments zugrunde, dass mich durch die Zeilen geleitet…

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