INTERVIEW MIT SÖDER (Ein Söderviu)

Wie kein Anderer in Deutschland und vor allem in Bayern, versucht Markus Söder mit seiner ihm ganz eigenen Art, einen Stimmungsumschwung in vielen aktuellen politischen Fragen zugunsten seiner Partei zu kreieren. Wir vom Bayerischen Tagblatt, dem BayBla, hatten die Ehre, mit dem designierten Seehofer-Nachfolger ein ausführliches Interview zu führen. Unser Mann für das Grobe, Sepp Hirner, hat Söder befragt. Hier das Ergebnis.

Da Sepp: Ähnlich wie damals ein zu Guttenberg haben sie in den letzten Monaten einen rasanten politischen Aufstieg hingelegt. Vor allem in der Gunst der Bevölkerung werden sie schon als der neue starke Mann der CSU gehandelt und sogar eine Kanzlerkandidatur wird für sie mittelfristig nicht mehr ausgeschlossen. Wie kommt das zustande?

Da Markus: Fremdenfeindlichkeit gegen Asylanten und Ausländer zieht bei den Leuten immer. Das Gute in Bayern ist, dass wir zu keiner Wahlveranstaltung aufrufen oder einladen müssen, weil ja im Frühjahr zur Starkbierzeit und im Herbst zur Bierzeltzeit eh‘ alle in den Zelten hocken. Und nach zwei Maß kann man dann nicht nur, wie der Beckstein es richtig gesagt hatte, Auto fahren, nein, da versteht man auch unsere Politik von der CSU sehr gut! Wenn dann keine Bierzeltzeit ist, dann brauchen wir nur in die Kirchen gehen, da hocken dann eigentlich fast dieselben Leute auch wieder rum – da kann man dann alle wieder unter’m Jahr erreichen. Außerdem meinten viele Menschen in Deutschland, dass der Viktor Orban wegen der Diskussion um die Flüchtlingsfrage und dem Umgang damit, zu uns gekommen wäre. Doch das ist ein Irrglauben. Um die Wahrheit zu sagen, haben wir bei unserem Freund Vicky Rat geholt, wie wir unsere Machtposition in der Bevölkerung stabilisieren und ausbauen können. Der Viktor hat es schließlich in seinem Reich gut vorgemacht. Unsere bayerischen Mitbürger, und ich meine vor allem die Bayern und ned‘ etwa irgendwelche Zugereiste, und da muss man auch unterscheiden zwischen deutschen Zugereisten und nicht-deutschen Zugereisten, katholisch oder evangelisch, geschieden oder nicht geschieden, schwul oder normal, wünschen sich einen starken Mann an der Spitze ihrer Christlich Sozialen Union – und da möchte ich schon in die Fußstapfen unserer großen Vorbilder treten. Im Übrigen kommt bald auch der Putin zu uns zu einem Erfahrungsaustausch, besser gesagt hält er ein Referat in Wildbadkreuth über Machtanspruch und Machterhalt… – der Wlady halt…

Da Sepp: Wer sind denn ihre Vorbilder, Herr Söder?

Da Markus: Meine Vorbilder sind natürlich alle starken Führer ihrer Länder. Der Vicky gehört da genau so dazu wie der Wlady. Aber auch ein Erdogan hat Qualitäten. Das ganze Abgestimme und Rumverhandeln mit den verschiedenen Parteien hält doch nur auf. Schauen Sie doch mal, wie schnell jetzt ein Land wie Russland politische Entscheidungen in die Tat umsetzt oder wie schnell der Zaun in Ungarn gebaut worden ist – das nenne ich rasant. Natürlich braucht es ein Parlament, um die Vorhaben legitim und für das Volk verständlich, abzusegnen, damit hernach ein jeder beruhigt ist – z.B. auch der Grüne… Doch ist das eher ein symbolischer Akt. Wir müssen es einfach schaffen, dass Entscheidungen und Entscheidungswege kürzer werden, damit wir schneller handeln können.

Da Sepp: Markus Söder, sie stehen für kein Anderer für Polemik und für die Kritik an der Bundesregierung. Das gilt für viele Vorhaben. Etwa den Ausstieg aus dem Atomgeschäft, oder der Einführung von Gleichberechtigung von Mann und Frau, oder gleichgeschlechtlichen Paaren, der Ausbau der Kindertagesplätze und -einrichtungen, die Aufnahme von Flüchtlingen und vieles mehr… – Wie kommt das? Sie sind doch in einer gemeinsamen Koalition und salopp gesagt die „Schwesterpartei“…

Da Markus: Im Grunde geht es doch immer darum, was man politisch will – um das sogenannte Fern- und Endziel. Mir persönlich geht es gar nicht um die einzelnen Themen. Es geht uns eher um die Aufmerksamkeit in der Bevölkerung. Es sind ja nicht nur bald wieder Wahlen, sondern es geht grundsätzlich um die Frage, wie wir weiter in Berlin und München eine Hauptrolle spielen können. Und da nehmen wir uns natürlich den Sorgen unserer einheimischen Bayern an. Ausländermaut, Zaunbau, Herdprämie, Reinheitsgebot, Franz-Josef Strauß, a‘ bayerische Ruhe und Tradition, BMW, a‘ Maß Bier, a‘ gescheites Atomkraftwerk, unterirdische Erdverkabelung für an‘ Strom und Biomasse, das sind die Themen, die man im Bierzelt versteht und darum geht es uns auch. Es geht uns um die Sorgen im Bierzelt. Das mit dem Rauchen war schon schlimm genug.

Da Sepp: Markus, Sie sprachen von Fern- und Endziel. Was meinen Sie damit?

Da Markus: Da wollen wir eigentlich nicht so offen drüber reden. Aber schließlich sind wir mit der föderalen und integrativen, weltoffenen Politik nicht so ganz einverstanden. Das Fernziel muss für Bayern und Franken muss, ganz nach dem Vorbild der Katalanen, die Abspaltung von Deutschland sein. Schließlich kann es nicht angehen, dass wir anderen Bundesländern unser hart verdientes Geld nachwerfen sollen. Ich kann mir persönlich sogar eine fränkische Abspaltung von Bayern vorstellen. Im Übrigen würde ich auch Sachsen eine ähnliche Zielausrichtung empfehlen. Denn von der Grunddenke sind beide Völker gar nicht so weit entfernt. Aber mal ganz ehrlich. Wer braucht denn hierzulande die Preußen oder die verkappten Franzosen, also die Schwaben meine ich. Und mit den Fischköpfen hat man doch eh‘ nichts am Hut, genau so wenig wie mit den Mecklenburgern…

Da Sepp: Was sind jetzt ihre Pläne für die nahe Zukunft?

Da Markus: Unser vordringlichstes Ziel ist der Rücktritt von Angela Merkel – die muss weg, und nicht nur, weil sie eine Frau ist und hinter den Herd muss… Da werden wir jetzt erst einmal weiter Unruhe stiften und gegen die Ausländer und Asylanten Stimmung machen. Zum Glück hat uns da die Bild-Zeitung volle Unterstützung zugesagt – auf die kann man sich wenigstens verlassen, wenn es gegen Ausländer geht…!! Im zweiten Schritt geht es bei uns um die Verstärkung der Grenzen, bis keiner mehr durchkommt. Da ist es unbedingt erforderlich, dass unsere Brüder und Schwestern in Österreich ein anderes Wahlergebnis bekommen – die FPÖ vom Haider oder Strache, oder wie der heißt, das wäre schon eine bessere Schwesterpartei als die CDU. Und die weiteren Projekte sind der weitere Ausbau der Skigebiete in Bayern zur Förderung der Infrastruktur und die Begradigung der Donau – da war ja der Horst vor drei Jahre stockblind – da bin ich heut‘ noch sauer. Die Pläne hierfür liegen zwar auf Eis, aber schon auf meinem Schreibtisch. Ein Verbot der Grünen wäre z.B. auch so ein Fernziel…

Da Sepp: Vielen Dank Markus Söder für die klaren Worte und viel Erfolg weiterhin.

Aus Gründen der Verständlichkeit und wegen der vielen fränkischen Leser unseres BayBla’s wurden alle Doppel-B’s und weichen T’s und P’s in Schriftdeutsch umgewandelt. Im Netz auf www.baybla.bay haben wir auch die fränkische Version abgedruckt – Vielen Dank!

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