OPERIERTE BRÜSTE

wecken kaum Gelüste und die rasierte männliche Brust erzeugt überwiegend Frust, denke ich doch daran, dass der Mann im Grunde ein starkes, auf Überleben hin konzipiertes Wesen sein soll, dass zum einen der Jagd und der Vorratsbeschaffung, und zum anderen der Reproduktion und Gebietsabgrenzung dient. Doch in unserer heutigen Welt, in der jeder zweite Mann nahezu ausschließlich von Frauen großgezogen wurde, haben wir verweichlichte, glattrasierte, volltätowierte Weicheier und Schwächlinge, die erst um die 40-50 verstehen werden, dass sie einem von Damen suggeriertem Irrtum aufgesessen sind. Denn sie sind keine Männer mehr, sondern verweiblichte Anhängsel einer vaterlosen Gesellschaft. Der einstige Vater selbst wird nur noch als der wahrgenommen, der ab 18 Uhr genervt von seiner Arbeit kommt. Zumeist wissen die eigenen Kinder gar nicht, was der Vater eigentlich so treibt in seiner Arbeit, und das schon seit mehr als 100 Jahren (seit Beginn der weltweiten Industrialisierung) – also findet dieser Vater in der Vorbildvorstellung des Kindes nicht mehr statt. So beschafft sich der Nachwuchs andere Vorbilder; und die sind eben rasiert, tätowiert, Botox-gespritzt, Titten-Vergrößert oder gleich komplett umoperiert… Die heutigen Daily-Shows und -Soaps sind voll von Selbstversagern, die über spezielle Vorgaben der Industrie und des Vertriebs, Trends vorgeben, die bei Nichteinhaltung und -umsetzung der angesprochenen Person eine Art Außenseiterrolle vergibt. Die Beeinflussung und das Beeinflussungssystem sind perfekt strukturiert (die passende Industrie hat dazu auch noch die richtigen Produkte), und werden via digitaler Verbreitungstechnik komplett in die neue „angesagte“ Generation getragen.

Der heutige Mann braucht am neuen Tag des morgens erst einmal 10 Kilo Verständnis für seine komplette Umgebung. Dieses Verständnis für alle und jedermann und vor allem für die eigene Frau und die Kinder, wird halbwegs gerecht unter allen aufgeteilt – für den Mann selbst bleibt kein Verständnis mehr übrig, warum auch, dieser Mann ist sich schließlich selbst vollkommen unbekannt und braucht deshalb kein Verständnis. Sein Vater starb mit 56 Jahren an Leberzirrhose, und schließlich schied dieser „Trinker“ mit 45 Lebensjahren aus der ehelichen Gemeinschaft aus. Den Kindern wurde ein weiterer Umgang mit dem „Säufer“ untersagt. Was jedoch einem Kind nicht verboten werden kann, ist die Freiheit der Gedanken. Und in diesen Gedanken lebt der Vater weiter, auch wenn die Mutter in ihrer beschädigten Eitelkeit ihn kontinuierlich verflucht, brandmarkt und am liebsten aus ihrem Leben streichen würde. Dieser an Alkoholkonsum verstorbene Vater jedoch ging seinen Weg kompromisslos und mit aller männlicher Macht, Durchsetzungskraft und Egoismus – und das wäre die Botschaft an die Kinder gewesen… – und die ist keine negative, denn auf die Bewertung durch Außenstehende, die immer glatte Axeln, rasierte Beine, eine designte Scham und den adäquat vergrößerten Busen haben und sich als Männer den Körper glattrasieren, kann man getrost verzichten. Denn da ist allemal ein Mann wertvoller, der von Urwäldern bedeckt ist, zur rechten Zeit NEIN sagt und sich durchsetzt, wenn es die Situation erfordert… – und manchmal erfordert es eben auch die Situation, aus einer Ehekonstellation auszuscheiden, die nicht mehr funktionierte…

Gerne hätten wir Vorbilder, auf die wir stolz sein können. Doch die Zeiten der Könige sind vorbei und anstelle dieser treten nun neue Mächte – die Mächte des Konsums und der Vermarktung. Bei diesem Spiel geht Stück für Stück die eigene Identität verloren, die wir uns dann im späteren „Grufty-Alter“ wieder mühsam zurück erforschen müssen. Eigentlich war es ja genau das haarige, das mystisch geheimnsivolle, das Andersartige am Mann, das der Damenwelt unweigerlich die Stärke des Auserwählten offenbarte. Heute verstärken die „neuen Männer“ ihr Äußeres durch „Operationen“ auf der Haut, durch den Einsatz von Muskel-Aufbau-Produkten, durch „Haar-Frisuren“ (???) und einem sogenannten „Undercut“, durch „Hipster-Bärte“ und bunten Ganz-Körper-Tattoos… – kurzum auch Individualisierung genannt. Was den Jugendlichen leider nicht klar ist, dass die suggerierte Individualisierung einer Gleichmachung gleichkommt, die ihresgleichen sucht. Durch das Aufsitzen auf diese Marktsuggestion gehen alle Ecken und Kanten des Individuums verloren und alle Menschen sehen gleich aus! Wer in diesem Spiel nicht mitzieht, wird gemobbt und ausgegrenzt. Bei den Frauen beobachten wir Schönstellungen der Nase, Brust-OP’s in Verkleinerungen und Vergrößerungen, Botox-Behandlung der Kuss-Werkzeuge, Ganzkörperrasuren und Gebiss-Begradigungen. Die gesammelten äußeren Eingriffe am weiblichen Körper tragen aber keineswegs zu einer Befriedigung und Befriedung der Seele bei. Die Komplexe werden durch die Eingriffe immer größer und enden im schlimmsten Fall mit Selbsthass und Psychose. Durch die Veränderung der naturspezifischen Gegebenheiten haben wir maßgeblichen Anteil an der Entstellung und nachteiligen Veränderung der eigenen Individualität.

Suche das „Haarige in Dir“! Die vorgekauten Trends und andere Zeiterscheinungen verhindern in großem Maße die Selbstfindung und entfernen uns von unseren eigentlichen Vorbildern, die wir aber in unserer heutigen Zeit vergeblich suchen. Als Eltern einer verweichlichten und unselbständigen Generation sind wir dazu gezwungen, den Kindern Vorbilder zu präsentieren, die während der Selbstfindungsphase der Jugendlichen den Job eines Mentors übernehmen könnten. Man spricht in diesem Zusammenhang von einer Übereignung des Inneren Königs, bis der Jugendliche in der Lage ist, den Initiationsprozess der Eltern oder des Mentors bedingungslos anzunehmen. Da aber die Eltern oft aufgrund der Erfüllungspflicht gegenüber dem Konsum und der Gesellschaft und dem Fehlen der großen heiligen Vorbilder, nicht in der Lage sind positiv auf die eigenen Kinder einzuwirken, bleibt nur das Begleiten, Beschützen und Aufklären übrig, nicht aber die Initiation des Kindes, die für den weiteren Verlauf des Lebens dringend erforderlich wäre.

Es ist an der Zeit, Kompromisse aus dem Weg zu schaffen und klare Entscheidungen zu fällen. Diese Entscheidungen haben nichts mit Abwägungen zu tun, sondern mit konsequentem Handeln. 2016 wird eine Zeit des Handelns und dadurch auch eine Zeit des Glücks. Lasst Eure Haare wachsen und begebt euch in die Tiefen eures Selbst. Lasst Euch von der Mystik eurer eigenen inneren Höhle faszinieren, denn das wahre Äußere ist nicht das Sichtbare, sondern das unsichtbare Innere – euer innerer König (..und der braucht keine Gleichmachung!, keine Tattoos, kein Silikon und Botox, keine Frisuren und Rasuren…) – der Innere König braucht nur Euch selbst und eure Unverwechselbarkeit, eure Einzigartigkeit!

Gutes Neues Jahr und gute Initiation!

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