Menü +

PLASTIK ZU WEIHNACHTEN

Längst dahin ist die Vorbildfunktion unseres Landes bei der Bewältigung der Umweltprobleme. Seien es die verfehlten, hoch ambitionierten Klimaziele, der Plastikkonsum, die Überdüngung unserer Felder mit Gülle und die ertragsorientierte Verwendung von Kunstdünger oder die unsinnige Kohleverstromung auf allerhöchstem Niveau. Da mutet der Dieselskandal mit der hohen Feinstaubbelastung für unsere Großstädte eher noch als geringstes Problem an.

Mit nahezu 40 Kilo Plastikverbrauch pro Kopf steht unser Land in der vordersten Riege der Umweltsünder in Europa. In Kroatien etwa wird nur ein Drittel Plastikmüll pro Kopf erzeugt. Da kann man natürlich spekulieren, woran das liegen könnte… Etwa am besseren Klima und am deshalb nicht verpacktem Obst. Doch wer hierzulande durch die Obstregale aller Discounter schlendert, wird sehr schnell erkennen, dass der Verbraucher kaum eine Chance hat Obst lose zu kaufen. Lose Ware wurde durch unsere Nahrungsmittelindustrie schlichtweg abgeschafft. Und wenn dann doch so ein Öko-Miesepeter sein Obst einzeln möchte, dann wird er mit horrenden Beträgen zur Kasse gebeten. So ein Quertreiber wird von unserer Gesellschaft nicht unterstützt, gegängelt und letztendlich belächelt und ausgegrenzt.

Ähnliches erleben wir in unserer Landwirtschaft. Gerade in Bayern möchte man meinen, würde der Klein- und Mittelbauernstand von der heimischen Politik noch ausreichend geschützt und gefördert. Nein, genau das Gegenteil ist der Fall. Nur die Großbauern kommen in den Genuss von Subventionen und werden so immer abhängiger von der Nahrungsmittelindustrie. Durch die starken Auflagen für die Ökobauern und die fehlende politische und programmatische Unterstützung machen das Geschäft andere EU-Staaten, die vor allem aus dem Osten kommen. In Polen, Ungarn und der Slowakei werden die Subventionen für Biolandwirtschaft im großen Stil abgegriffen – bei der Solidarität zu anderen Themen jedoch, verschließen sich die Osteueuropäer und träumen wahrscheinlich insgeheim von einer Renaissance des so geliebten Sozialismus, wie im Übrigen so einige Bürger in Deutschlands Osten…

Der Gipfel der Unverschämtheit ist jedoch die Kohleverstromung. Durch die rückschrittliche Energiepolitik der letzten Merkel-Amtsjahre kam es zu einem Stillstand beim Ausbau der erneuerbaren Energien. Das Abschalten der Kernkraft, die Kürzung der Solar- und Windsubventionen und der daraus resultierende Ausbau der Kohleverstromung, verursacht eine hohe Belastung unserer Luft, erhöht den Quecksilbergehalt unserer Flüsse, insbesondere auch unserer heimischen Donau und sorgt im Eiltempo für die Verfehlung einst gesetzter Umweltziele. „Schade, dass sich Jamaika nicht durchgesetzt hat…“ hallte da der einhellige Tenor der Politik durch Berlin. Die Grünen hätten für eine Reduzierung der Kohleverstromung gesorgt – was ja bekanntlich mit der FDP nicht zu machen war… Doch was braucht es denn da irgendeine Politikrichtung?? Da braucht es doch nur den Nachweis der Umweltbelastung, um zu handeln… – und da ist es doch wurscht, in welcher Farbe die notwendigen Schritte umgesetzt werden – naturgemäß zum Wohle unserer Kinder…!

Weihnachten steht also wieder vor der Tür. Die Plastikindustrie reibt sich mit diabolischen Börsenzuwachsblick die Hände und möchte uns mit ihrem innovativen „Dreck, den die Welt nicht braucht!“ überschwemmen. Auf Bali und den Philippinen, vor Kuba und im gesamten Atlantik werden sie unseren Konsumabfall schon entsorgen. Und wenn dann wieder so eine „blöde Umweltsendung“ im Fernsehen kommt, dann schalte ich auf einen anderen Kanal – auf irgend‘nen Casting-Blödsinn… – je blöder, desto besser!

Der Hohoho-Weihnachtsmann in Rot und Weiß, der in den Zwanzigern aus den USA von Coca Cola zu uns geliefert wurde, suggeriert uns deutschen Vollpfosten ein Bild von einer heilen Welt, die es natürlich nur zu Weihnachten gibt… Diese heile Welt kann aber nur so schön bleiben, wenn das Thema Weihnachten 1/3 des Jahresgesamtumsatzes des Einzelhandels ausmacht. Wer da meint, das an Weihnachten etwa ein kleines Jesus-Kindle auf die Welt kam, der ist schief gewickelt. Das kann vielleicht schon sein, aber höchstens aus Vollplastik in einer schönen Plastikkrippe mit vielen vielen Plastiktieren außen herum… – in einem Plastikhaus mit Plastiklandschaft… – alles einwandfrei sauber, zertifiziert und genormt…

Schöne besinnliche Feiertage, Besinnung!! und ein Gutes Neues Jahr wünscht Euch Euer Bernd Bredendiek.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.