RECHTS-MITTE-LINKS-GESCHWAFEL…

Scheinbar glauben sie alle selbst daran… Deutschland driftet in extremistische Richtungen, sowohl in linksautonome Sphären, als auch in rechtsextreme… – und die Politik und insbesondere der Union fällt nichts besseres dazu ein, als in Rechs-Mitte-Links-Debatten zu verfallen. Der Normalbürger kann mit solch‘ höchst intellektuellen Worttiraden kaum etwas anfangen. Schließlich wissen wir alle, wo links und wo rechts ist. Links ist wo der Daumen rechts ist und umgekehrt… – in der Mitte bin Ich!

Statt Konzepten präsentiert uns der neue CDU-Kandidat für den Parteivorsitz, Friedrich Merz, eine Flügeldebatte ohne Inhalt. Er will die Wähler, die die Union an den linken Rand (Grün) und an den rechten Rand (Blau) verloren hat, in „die Mitte“ zurückführen… – das alles, wohlgemerkt, durch seine Überzeugungskraft. Selbst stellt er sich als „Bürgerversteher“ dar, da er ja „Kinder hat, die Kinder haben“ – alter OPA, hat er wohl gemeint. Und tatsächlich sind diese alten Kadermuster aus dem letzten Jahrhundert, eben aus dem Jahrhundert, als dieser neoliberale Herr noch Politik machte, ehe er unsanft mit seinem Gesoß aus der aktiven Politik entfernt wurde. Und das wohl nicht aus „Merkel-Konkurrenzgedanken“, sondern wohl eher aus Gründen der Inkompetenz!

Deutschlands Bürger interessieren sich „einen Scheiß“ für die Rechts-Mitte-Links“-Philosphien eines ehemaligen CDU-Neunzigers, der auch verbal die heutige Zeit mit der Ära Kohl vergleicht und scheinbar in diese Richtung regieren will. Es nährt sich der Verdacht, dass Friedrich Merz ausschließlich seine Lobbys und sein Klientel bedienen will – und da sind ihm alle Mittel recht. Mittel jedoch für kostenfreie Kita-Plätze, die kann er erst freigeben, wenn die Finanzen es zulassen – also NIE!

Dieser CDU-Kandidat könnte glatt als Kollege von Christian Lindner durchgehen. Beide streben eine steuerliche Entlastung aller „Besserverdienenden“ an, die ja die Hauptleistung in unserem Lande erbringen. Friedrich Merz kennt die Probleme der unteren Schichten, da er ja in einer Kleinstadt lebt und dort eine Stiftung gegründet hat… Außerdem haben seine Kinder Kinder und er sieht täglich deren Probleme des Alltags. Was er verschweigt ist, dass Papa/Opa jederzeit mal ein Milliönchen rüberwachsen lassen kann und dies wahrscheinlich auch tut – von einem Existenzkampf in der Großfamilie kann da wohl nicht die Rede sein. Da nehme ich doch eher Martin Schulz‘s Story ab, der als Bürgermeister in seinem Heimatort Würselen tatsächlich mit der Not der Menschen konfrontiert war.

Friedrich Merz hat nicht begriffen, was Deutschlands Bürger bewegt. Es sind, wie Robert Habeck sagt, emotionale Strömungen gepaart mit individuellen Notlagen, die das Ankreuzen der Wahlzettel beeinflussen. Diese Strömungen aufzunehmen, Nähe zum einzelnen Bürger zu suchen, das sind die Aufgaben moderner zeitgemäßer Politik. Es muss darum gehen, dass „Die-da-Oben“ zu entkräften und wieder eine Einheit zwischen Obrigkeit und Bevölkerung herzustellen. Den Grünen gelingt das in diesen Zeiten wohl am besten – natürlich neben den Blauen, die konzeptlos hetzen und sich in den Fehlern der Ohnmächtigen baden… – sich gleichzeitig aus dem Ausland finanzieren lassen.

Das Rechts-Mitte-Links-Geschwafel der Union ist leider aber sehr gefährlich. Es bietet keine Lösungen an, sondern verallgemeinert Bevölkerung und löst kein einziges humanes Problem. Es kommt kein Bildungsengpass darin vor, es ignoriert individuelle Lebenslagen, es überlässt das Kinderbetreuungsproblem den Eltern und pfeift auf die Gesundheit der Menschen.

Mit diesen äußerst schmal aufgestellten Argumentationen kann man keinen Vorsitz in einer Partei erobern. Nicht einmal in der AfD hätte Friedrich Merz eine Chance, da müsste er kalkül-technisch noch eine ganze Schippe draufpacken – doch auch das könnte man diesem Manne zutrauen, der von der „schlimmsten Heuschrecke“ der Welt geschickt wurde, die Menschen zu Aktienkäufen zu animieren.

Zum Glück ist die Enttarnung des Kandidaten durch substanzielle Debatten zwischen CDU, SPD und Grünen bestens gelungen und auch die Delegierten der Konservativen werden sich wohl hüten, wieder ins letzte Jahrhundert abzudriften.

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