„RECHTS VON DER CSU…

darf es in Bayern keine politische Kraft geben“, tönte vor Jahren CSU-Chef Seehofer in den Bierzelten hierzulande. Die ‚Bierzeltpolitik‘ der Christsozialen hat nicht erst seit diesem verbalen Fauxpas seinen ultimativen Anfang genommen. In regelmäßigen Abständen begeben sich die in Bayern scheinbar Unantastbaren auf sehr dünnes Eis und bekommen nun beinahe täglich in Berlin ihren Rüffel ab. Ob es nun die verpasste Ausländerabgabe für unsere Autobahnen ist, die ja doch so schön Infrastrukturabgabe heißen könnte, aber durch die Bierzeltrhetorik zur Ausländermaut erhoben wurde, oder ob es die Herdprämie (Betreuungsgeld) war, die die Integration von Migrantenkinder erschweren würde… – die CSU ist in unserem Lande mittlerweile die Lachnummer der Nation geworden. Auf Tele5 oder Kabel1 läuft seit neuestem die Reihe „SCHLEFAZ“ = schlechteste Filme aller Zeiten. Wenn es jemand zustände brächte, eine Doku über die CSU über die letzten 10 Jahre zu drehen, dann stünden die Chancen für den ersten Platz bei SCHLEFAZ mehr als günstig… – ich denke, Kalkofe wird bereits dazu etwas in Planung haben oder sich selbst für dieses hoffnungsvolle Projekt verwenden… – neues Futter kommt schließlich von der selbst ernannten „rechten“ CSU täglich.

Bewundernswert in dem Zusammenhang ist aber die stoische Ruhe der Kanzlerin, die nach einem Atomaus- bzw. Umstieg, einer PKW-Maut, die es für sie nicht geben wird, und einer Alpe-Adria-Übernahme durch die Bayern-LB, die mehrere Milliarden verbrannte und einen nachweislich rechten Populisten Haider mit Geld zuschüttete, immer noch an die Münchner Kasperlen festhält, oder sich wahrscheinlich ohne sie auf Bundesebene gar nicht durchsetzen könnte. Es ist doch immer noch besser, man schreibt in den einschlägigen Gazetten Schlagzeilen über die Polit-Looser der CSU als über die politische Orientierungslosigkeit von sich selbst.

Rechts von der CSU… – Ganz dem Motto der Partei meldet sich nun das nächste Kasperle der rechten CSU zu Wort. Joachim Herrmann sieht in der gegenwärtigen Flüchtlings- und Zuwanderungssituation „nicht den geringsten Anlass für ein Einwanderungsgesetz“. Diese Aussage spricht Bände und lässt einen ganz tiefen Einblick in den politischen Sachverstand des bayerischen Innenministers zu. Wahrscheinlich haben sich einige „Parteifreunde“ nach zwei Maß, schließlich ist in Bayern ja gerade Volksfest- und Bierzeltzeit, dafür ausgesprochen, ein Einwanderungsgesetz unter keinen Umständen zu befürworten. Scheinbar dienen dem hiesigen Innenminister bei seiner Darstellung der Einwanderungssituation die Herren Wiesheu und Beckstein als Vorbilder. Der eine behauptete Mitte der Achtziger Jahre nach einem Verkehrsunfall mit Todesfolge, für den er als alkoholisierter Fahrer auf fahrlässige Tötung verurteilt wurde, dass ein Politiker nicht „monatelang trocken umeinandlaufen könne“, der andere meint „zwei Maß Bier müssen für die Gemütlichkeit schon sein. Wenn man die zwei Maß in sechs bis sieben Stunden auf dem Oktoberfest trinkt, dann wäre eine Heimfahrt mit dem Auto noch möglich.“ Ja, scheinbar ist das mit der Politik der CSU von heute immer noch so. Angesichts dieser mega-hammer-mäßigen Verfehlungen in der Beurteilung von Sachlage, politischem Kalkül, Rhetorik und strategischem Denken lässt es keinen anderen Schluss zu, als wären die weißhaarigen Herren der CSU stets betrunken und nicht in der Lage, ihren Dienst zu tun. Komischerweise wird die Säufergilde aber bei jeder Wahl wieder auf den Thron gehievt – zuletzt sogar mit einer absoluten Mehrheit.

Jetzt leben und wohnen in Bayern aber nicht nur Bierzeltartisten und politischer Filz, sondern eben auch gebildete, intellektuelle, sachverständige und politisch interessierte Menschen, denen es nicht egal ist, ob ganz Deutschland über einen lacht oder nicht. Es gibt genügend Leute, die sich darüber ärgern, dass eine Ilse Aigner mit ihrer Agrarpolitik die Kleinbauern hierzulande verraten hat, dass die Übernahme der Hypo-Alpe-Adria ein mieses Gaunerstück war, dass man die Einführung Infrastrukturabgabe viel homogener und weniger hetzerisch hätte einführen können und dass eine Herdprämie für die Herabstufung der kindlichen Vorbildung in Kindertagesstätten ein ausgemachter Blödsinn ist. Es gibt auch genügend gebildete Menschen, die der Meinung sind, dass es an der Zeit wäre, nicht nur einen politischen Wechsel im Sinne des Verlustes der absoluten Mehrheit zu erreichen, sondern dass es an der Zeit wäre, dem tiefschwarz-braunen Amigofilz nun einmal endlich und unwiderruflich die politische Verantwortung zu entziehen. Schließlich hat es Baden-Württemberg in eindrucksvoller Manier vorgemacht – und fährt nicht schlecht damit!

In jedem Ende steckt ein neuer Anfang. Nach Strauß, Stoiber, Beckstein und Seehofer wäre es an der Zeit, zu einer ernsthaften Politik zu gelangen, den politischen Filz in Bayern zu beenden und der Partei eine Chance zur Reinigung und zur Erneuerung zu geben. Dazu wäre natürlich eine starke Alternative vonnöten. Da gibt es in Bayern aber nur die Grünen, die sich halbwegs fordernd und reformierend geben und auch Lösungen für die Zukunft, für die Erneuerung des Landes anbieten. Solange die SPD so schwach ist, und das wird sie mit dieser langweiligen Regierungsbeteiligung in Berlin auch bleiben, sieht es mit einem Regierungswechsel in München schlecht aus. Als letztes stirbt die Hoffnung… – Ein weiteres Prosit der Gemütlichkeit!

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