VOR MEINER TÜRE „Nimmst Du der Natur den Atem…“

Es soll nicht meine Art sein, mich über die Dummheit anderer aufzuregen – das war noch nie mein Ding. Wenn Missstände auftreten, so gilt es diese zu benennen. Doch wenn das Paradoxe so offensichtlich ist, dass es einem den Kragen aufstellt, muss das auch gesagt werden…

In unserer Gemeinde werden mit großer Anstrengung Blühwiesen angelegt, die zum Teil neben toten Schotter- und Kiesgärten erblühen.

Die einheimischen Landwirte umranken ihre Acker, die mit Monokulturen bepflanzt werden auch mit Blühstreifen, fahren aber alljährlich auf denselben Ackern Gülle und Pestizide aus. Dieses Alibi-Verhalten hat in keinster Weise etwas mit Umweltschutz zu tun. Gleichzeitig wird durch den Nitrat-Eintrag das Grundwasser schwer belastet – immer öfter läuten in den Gemeinden und Städten die Alarmglocken bezüglich der Wasserqualität.

In vielen Gärten beschweren sich die Eigentümer über die immer weniger werdenden Schmetterlinge, während neben ihnen der Rasenmäh-Roboter seine Runden dreht.

Zwischen die Hecken kommt zur Abrundung noch Glyphosat und Schneckenkorn zum Einsatz, weil der Schaden an den Sträuchern ja ihrer Vorstellung von Ästhetik schadet.

In der Nachbargemeinde ist man stolz auf den zusammenhängenden Wald und hat nichts Besseres zu tun, als einem auswärtigen Unternehmer Kies- und Sandabbau-Rechte zu geben, um in genau diesem Wald Raubbau zu betreiben. Ganz nebenbei rollen täglich 100 Fuhren Kies und Sand durch die benachbarten Ortschaften, direkt vorbei an Kindergärten, Bushaltestellen usw.

In der nächsten Nachbargemeinde war man jahrelang so stolz auf die Rückkehr des Storches. Jetzt möchte man in diesem Niedermoor, dem bevorzugten Jagdrevier der Störche, für die örtlichen Vereine ein großes Vereinszentrum errichten…

All‘ das passiert unmittelbar vor meiner Türe… Es wird von der Bevölkerung einfach hingenommen, genau so wie die Tatsache, dass das Zupflastern der Landschaft durch Photovoltaik-Strom-Anlagen für die Natur ein Segen sei… Und viele Einwohner machen sich lustig über grüne Gedanken, verhöhnen die Fridays-for-Future-Bewegung und meinen, die Welt sei in Ordnung.

Ich kann nur eines sagen! Die Welt ist nicht in Ordnung! Unsere Natur steht mehr und mehr am Abgrund und die bereits jetzt offensichtlichen Schäden werden in Kürze uns alle betreffen.

 

GEGENSÄTZE

 

Der Admiral tanzt auf dem Sommerflieder,

der Nachbar schickt den Rasenroboter als Krieger

tötet Raupen und Insekten.

 

Der Aurora und der Schwalbenschwanz wedeln über den Hain,

Beschnitt und Gülle verhindern sein Sein.

 

Unsere Augen sind erfreut der letzten Edelsteine,

und doch benehmen wir uns wie die Schweine.

 

Wir weinen bleibt das Schöne unserer Nähe fern,

und rüsten unsere Welt mit Gift und schwerem Gerät.

 

Schachbrett, Monarch und Kaisermantel

flattern bunt und verzückend durch den Wald,

die Motorsäge macht sie alle kalt,

nimmt ihnen jeden Halt in ihrer Welt…

 

Tränen über Tränen der verlorenen Pfründe,

begehen wir gedankenlos jede Sünde,

unsere Schöpfung zu verbrauchen, zu vernichten,

darüber müssen wir immer und täglich neu berichten…

 

Mein Garten, ein Kleinod, inmitten dem Hort

aus schlauen, effizienten Gärtnern,

die Ästhetik mit Zerstörung schaffen.

 

So schärfe ich die Waffen

und lasse wachsen und wachsen;

schon trachtet der Nachbar nach meinem Leben,

sieht er doch durch Löwenzahn seine sterile Wiese vergehen…

 

Mit Folien decken sie die Erde zu,

dann hat die Familie beim Jäten endlich Ruh,

doch brodelt es im Untergrund,

und die große Stauhitze tut allen kund,

was der Herr schon lange wusste…

 

Nimmst Du der Natur den Atem,

wirst Du selbst daran ersticken!

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