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WACHSTUM = SUCHTPRODUKTION

Der Mensch als Inbegriff aller Inkompetenz und Unvollkommenheit ist dem Kapitalismus und somit der Schaffung von stofflichen und nicht-stofflichen Süchten durch eine verfehlte und konsumorienterte Weltwirtschaft hoffnungslos ausgeliefert. Der Verrat unserer Herkunft durch die Ignoranz gegenüber vergangener Epochen und Lehren schickt uns in ein Dunkel, dass heutzutage nur noch durch die Leuchtkraft von unbrauchbaren Konsumgütern erhellt zu werden scheint. Immer mehr Menschen suchen hilflos nach Orientierung und forschen in der Geschichte unserer Vorgängerkulturen nach Werten und kulturellen Überlieferungen. In den letzten beiden Jahrhunderten der Industrialisierung hat die Entwurzelung der Menschheit in großem Stil Fahrt aufgenommen und mündet inzwischen in einer als äußerst grausam anzusehenden Aufteilung zwischen Arm und Reich. Der Ausverkauf unserer Überlieferungen, der Verrat an unseren eigenen Familien und vor allem an unseren Senioren, das Konzeptionieren und Zurechtschneidern unserer Nachkommenschaften durch eine zertifizierte Anpassung an unser System und unsere Gesellschaft, nehmen wir bereitwillig in Kauf, auf dass es unsere Kinder besser haben als wir selbst. Die Betonung liegt dabei augenscheinlich auf „Besser als Wir…“, was den Begriff Steigerung und Wachstum glücklicherweise hundertprozentig entspricht.

Der Run auf Wachstum hat weltweit ein Naturdesaster entfacht, dessen Auswirkungen die gesamte Menschheit, jetzt und in Zukunft noch um ein Vielfaches verstärkt, zu spüren bekommt. Doch statt einer ökologischen Umkehr diskutieren unsere Volksvertreter über die neuen Verträglichkeiten des Wachstums gegenüber der Natur. Ein solches Miteinander jedoch ist nicht möglich, da, im Gegensatz zu uns Menschen, die Natur keine Fehler verzeiht und uns Menschen mit Folgeentwicklungen empfindlich bestraft und wenn nötig sogar vernichtet…

Die immer weiter anwachsende Verpackungsindustrie produziert soviel Plastikmüll, dass mittlerweile sogar Meeresfische nachweislich Plastikteilchen in ihrem Organismus aufweisen. Großstädte versinken im Alltagssmog und deren Einwohner laufen nur noch mit Atemhilfen herum. Kinder und Senioren sollen sogar ihre Häuser nicht mehr verlassen, solange der Smogalarm anhält. Statt Vielfalt herrscht auf unseren Äckern und Feldern weltweit die Forcierung des Anbaus von Monokulturen, sei es im Plantagenbau Südamerikas oder in den kilometerlangen Feldern der USA. In Letzteren fahren Monstertraktoren stundenlang ferngesteuert in eine Richtung, während der Düngeflieger von oben die erntefördernden Gifte ablässt und einsetzt. Da aber diese Gifte die Bienenvölker kontinuierlich ausrotten, muss der Mensch wiederum die Bienen gegen Gift resistenter machen… usw.

Da durch unsere Arbeitsgesellschaft die Initiation der Kinder durch die eigenen Eltern weitgehend auf ein Minimum zusammen geschrumpft ist und die Alten vorsorglich in verschiedenen Alters- und Pflegeheimen sozial verträglich entsorgt wurden, überlassen wir die Erziehung und Initiation der Systemgemeinschaft mit Kita, Kiga, Schule, Studium, Lehre und Beruf… – das optimale Plug-in-Play-System wird angestrebt – das perfekt passende Kind als oberstes Ziel! Was dabei auf der Strecke bleibt ist jeglicher Individualismus. Der Mensch verkommt nach und nach zu einer Nummer des Systems und an einer bestimmten Stelle des Lebens wird Er und Sie feststellen, dass sein und ihr Leben gar nicht für ihn oder sie selbst war, sondern einer kompletten Fremdbestimmung aus Politik, Kapital, sozialem Netzwerk, Arbeitgeber und vieles mehr, unterliegt.

An diesem Punkt angekommen, ringt der Mensch um seine Freiheit, die er schon in frühester Kindheit und Jugend verlor. Nun stellen sich die Fragen nach Lebenssinn und Selbstverwirklichung, nach Schöpfung und Heimkehr, nach dem individuellen Auftrag und der Liebe zur Natur. An dieser Stelle angekommen, ist mancher dazu geneigt, in die Knie zu gehen und an sich zu zweifeln. Unwissenheit und Orientierungslosigkeit machen sich breit und die Erfüllungszwänge der Fremdbestimmung ringen um den abtrünnigen Vasallen, solange, bis dieser in Burnout, Erschöpfungssyndrom, Krankheit, Herzinfarkt, Gehirnschlag oder Kreislaufzusammenbruch, die Glieder streckt. Oft ist erst ein Schicksalsschlag vonnöten, um den Entwurzelten auf einen neuen, nachhaltigen Weg zu führen. Die Frage bleibt, ob es nicht dann schon zu spät für eine Neuorientierung oder Umkehr ist.

Die Selbstliebe und Selbstakzeptanz führen den Menschen schnurstracks zu seiner, für ihn bestimmten Aufgabe. Doch viele fragen sich, wo bekomme ich dieses Wissen über mich selbst eigentlich her? Die Antwort auf diese Frage kann einem nur die Selbsterforschung geben. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Herkunft, die Erforschung alter Kulturen und das Studium der Netzwerke der Natur, sowie das Begreifen der Natur als eigene Heimat, das Selbstempfinden ein Teil der Natur zu sein; das alles sind nur Beispiele und einzelne Fragmente zu einem Gesamtbild, dass es für jeden Menschen gilt, umzusetzen.

Schon lange geht es in unserer Welt nicht mehr um politische Blöcke. Es geht nicht mehr um Demokratie und Kommunismus, um totalitäre Systeme und Unterdrückung – nein, es geht um die Befreiung jedes Einzelnen von uns. Man müsste angesichts des Irrweges der gesamten Menschheit und deren politischen Vertretern, zu einer Art Boykott aufrufen und eine anarchische Grundhaltung einnehmen. Die Umsetzung jedes kleinen Schrittes dieser Grundhaltung verbunden mit einer klaren Ich-bezogenen Weichenstellung (was will ich – was will ich nicht – wer bin ich – wo will ich eigentlich hin – was umgibt mich?) wäre schon ein erster Schritt in die richtige Richtung. Denn die Könige von Heute sind uns keine Vorbilder mehr. Denn sie sind mit ihrer Art der Selbstbereicherung und der Fehlerhaftigkeit in ihrer Wertevermittlung gescheitert und können deshalb auch kein Vorbild für uns sein!

In wie weit der Glaube bei der Beantwortung der eigenen Sinnfrage ein Rolle spielt, sollte man beinahe außer acht lassen, zu groß sind die Frevel, die im Namen des Glaubens geschehen und geschahen. Doch alles, was in den verschiedenen Schriften der verschiedenen Glaubensrichtungen als für jeden selbst sinnvoll erscheint, entstieg womöglich einem klugen Kopf und ist somit auch verwendbar. Doch wenn ich lese, dass „wir uns die Welt Untertan machen sollen“, dann sehe ich heute genau, wohin das geführt hat. Richtiger ist wohl doch, „mit der Natur in Einklang zu leben, sie zu bewahren und zu beschützen unser Lebensauftrag!“ So ist es mit allen Schriften der verschiedenen Glaubensrichtungen weltweit. Sie sind gespickt mit Falschaussagen, mit zweckorientierten Spekulationen und Darstellungen und sind, weil durch Menschenhand in Worte gefasst, schlichtweg fehlerhaft und in höchster Weise manipulierbar und gefährlich. „Sei wachsam“ heißt es im NT, wenn du Umgang mit deinesgleichen hast… – und so sollten wir es wohl auch handhaben…!

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