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WUT – ENTSETZEN – OHNMACHT

Angst ist der beste Nährboden für irrationale Entscheidungen. Wer nach den entsetzlichen Terror-Attentaten von Würzburg, München, Ansbach oder St. Etienne hierzulande den Krieg gegen den IS ausruft, der schaltet bei diesem Konflikt einen höheren Gang ein und wird spätestens bei Tempo 300 die Spur nicht mehr halten können. Gewalt erzeugt Gewalt und so weiter… Das Einzige was unsere Zivilgesellschaft tun kann, ist, gegen den Terror zusammenstehen und mit demokratischen Mitteln den Rechtsstaat auf die neuen Anforderungen modifizieren und die Rechtsmittel entsprechend einsetzen. Denn die IS-Führung und ihre radikal-islamistischen Barbaren verfolgen eine klare Strategie. Sie wollen einen Glaubenskrieg entfachen zwischen Muslime und Christen. Sie wollen unser System mit Terroranschlägen schocken, um somit den Populismus und die rechtsnationalen Kräfte zu forcieren. Sie wollen im Prinzip nur eines, unsere westliche Welt, unser freiheitliches Leben einschränken und zerstören. In ihrem eigenen, zusammengemordetem Land zwischen Irak, Syrien und der Türkei, werden die IS-Kräfte immer weiter in die Enge getrieben. Wenn man ein Tier in die Enge treibt, dann beißt es um sich und beißt jeden, den es als Aggressor vermutet.

Was wir tun können, ja was wir tun müssen, ist, im Bezug auf die radikal-islamistischen Kräfte im eigenen Land klarer einwirken und vor allem dagegen agieren, sei es präventiv oder repressiv, auf keinen Fall aber immer nur reagieren… Es kann nicht sein, dass in Frankreich ein der Polizei bekannter Islamist (mit elektronischer Fußfessel) einen Priester tötet. Wenn dieser Jugendliche in den Krieg ausreisen wollte, dann muss man ihn entweder lassen und ihm gleichzeitig die Staatsbürgerschaft entziehen oder man muss ihn einsperren…
Außerdem kann es wohl nicht sein, dass wir zigtausende Beamte zur Beobachtung von sogenannten Gefährdern einsetzen. Ein ’nachweislicher Gefährder‘ gehört meines Erachtens ausgewiesen, ob in ein Kriegsgebiet oder nicht… Bei dem dringenden Verdacht zur Zugehörigkeit einer terroristischen Vereinigung hat jeder Mensch seine Staatszugehörigkeit verwirkt oder muss festgesetzt bzw. inhaftiert werden.

Dem Terror mit naivem Pazifismus zu begegnen ist spätestens seit dem Anschlag von St. Etienne, bei dem ein Priester, der sich für den Dialog von Christen und Muslimen in Frankreich einsetzte, gescheitert. Auch eine Margot Käßmann wird wohl nicht nach Syrien reisen, um der IS-Führung mit einem Blumenstrauß einen Friedensantrag zu unterbreiten. Jedoch sind wir Deutsche, so glaube ich, keine Menschen des Hasses und wir Christen keine Barbaren. Wir müssen klare und nachvollziehbare Regeln für Asyl und Integration finden. Wir müssen die Menschen, die unser Land aufsuchen, nach einem klaren erkennungsdienstlichen Raster durchleuchten und wir müssen die Mithilfe der Muslime in Deutschland bei der Identifizierung von IS-Sympathisanten dringlichst einfordern. Denn die muslimischen Gemeinden in Deutschland wissen bei weitem mehr über eventuelle Tendenzen und vor allem Gefährder, als sie uns bis jetzt mitteilen…

Tatsache ist jedoch, dass uns diese Qualität des Terrors über Jahrzehnte begleiten wird. Das ist die neue Herausforderung unserer Zeit. In jeder Menschheitsepoche gibt es ganz spezielle Anforderungen an die wirkenden Generationen. Die Bekämpfung des IS-Terrors als Resultat militärischer Interventionen des Westens und vor allem der USA, der Briten und Franzosen, ist das Schicksal der Neuzeit. Der Aufeinanderprall der verschiedenen Kulturen; auf der einen Seite die Trennung von Staat und Religion, auf der anderen Seite die totale Religion; scheint unvermeidbar – die Versöhnung muss aber gelingen, sonst wird der Terror niemals besiegt werden können… – schließlich ist die Ausweisung von Millionen Muslimen wohl rein logistisch kaum denkbar, sowohl hierzulande als auch in den USA…

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